Von der Weihnachtsuhr zum Jahresabschlusskalender – Die Geschichte des Adventskalenders

Gefüllt mit Schokolade, Parfüm, Bier oder sogar Hundekuchen. Adventskalender gibt es heutzutage in allen möglichen Formen und mit vielen verschiedenen Füllungen. Der Kreativität sind hierbei keine Grenzen gesetzt, zumal seit ein paar Jahren neben kommerziell produzierten Kalendern auch DIY-Adventskalender immer beliebter werden. Für viele ist der Adventskalender aus der Vorweihnachtszeit gar nicht mehr wegzudenken, zumal er Groß und Klein das schier endlose Warten auf den Heiligen Abend mit 24 geschmackvollen Überraschungen versüßt.

Aber seit wann gibt es überhaupt Adventskalender? Und sah der Adventskalender früher schon genauso aus wie heute? Wir haben uns die Geschichte des Adventskalenders mal genauer angesehen und verraten euch, wie sich die aus Deutschland stammende Tradition entwickelt hat und welche Formen der Adventskalender in den Jahren seiner Entstehung angenommen hat, bevor er zu dem beliebten Adventsbrauch wurde, wie er heute in vielen Teilen Europas bekannt ist.

Euer AdventTotal Team

Frühe Formen: Der Adventskalender als Zeitmesser bis zum Heiligen Abend

Die Entwicklung des Adventskalenders reicht bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück. Während dieser Zeit war es vor allem im evangelischen Umfeld üblich, den Advent im Kreise der Familie zuhause durch gemeinsames Singen oder das Lesen von Bibelstellen zu zelebrieren, anstatt dazu zu einer täglichen Adventsandacht in der Kirche zu gehen, wie es in der katholischen Gemeinde üblich war. Da sich zeitgleich immer mehr die Idee von Weihnachten als Fest der Bescherung etablierte, entwickelte sich die Adventszeit für Kinder zunehmend zu einer Zeit des Entgegenfieberns.

Um die Vorfreude ihrer Sprösslinge zu zähmen und ihnen gleichzeitig das Herannahen des Weihnachtsfestes vor Augen zu führen, ließen sich die Eltern mehrere Möglichkeiten einfallen, die Tage bis zum Heiligen Abend zu zählen. Die Idee des Adventskalenders war geboren. So sind seit Mitte des 19. Jahrhunderts verschiedene Zählbräuche belegt. Dazu zählen:

  • Strichkalender: ein Strich signalisierte einen weiteren vergangen Tag bis zum Fest
  • Strohhalme: jeden Tag durften die Kinder einen Halm in die Krippe legen, in der am Heiligen Abend das Jesuskind platziert würde
  • Adventskalenderkerze: skandinavischer Brauch, bei dem eine Kerze jeden Tag ein Stück weiter abgebrannt wird
  • Adventsbaum, der parallel zum eigentlichen Weihnachtsbaum aufgestellt und jeden Tag mit einem neuen Licht und einem neuen Vers geschmückt wurde
  • Adventsleuchter: ein Licht für jeden Adventstag, woraus sich später der Adventskranz entwickelte

Die früheste schriftliche Dokumentation eines solchen Zählbrauches stammt aus dem Jahr 1838 aus dem Rauhen Haus zu Horn bei Hamburg. Dem Bericht zufolge führte der damalige Leiter des Knabenrettungshauses, Johann Hinrich Wichern, einen sogenannten Adventsleuchter ein, an dem jeden Tag ein Licht angezündet wurde. 

Parallel zum Adventsleuchter ist aus dem Jahr 1846 vom Knabenhaus in Duisburg ein weiterer Zählbrauch dokumentiert: ein Adventsbaum, an dem die Kinder jeden Tag ein neues Licht und eine zur Adventszeit passende Verheißung aus dem Alten Testament anbringen durften.

Die Idee fand großen Anklang in der Bevölkerung, sodass schon bald sogenannte Adventssterne, also gedruckte Adventsverheißungen in Sternform, erschienen, die eigens zum Aufhängen am Adventsbaum gedacht waren. So etwa die 1895 von Carl Gottlob Schönherr zusammengestellte Sammlung “Für den Adventsbaum”, die 24 Blätter mit Adventssprüchen in Weinblattform umfasste.

Zeitstrahl zur Geschichte des Adventskalenders

  • 1838: frühester Bericht über das Zählen von Johann Hinrich Wichern, Leiter des Knabenrettungshauses “Rauhen Hauses zu Horn bei Hamburg” – sog. Adventsleuchter, an dem jeden Tag ein Licht angezündet wurde
  • 1846: am Adventsbaum in einem anderen Knabenhaus in Duisburg wurde jeden Tag ein Licht und ein Bibelspruch angebracht (in Form von Adventssternen zum Aufhängen)
  • ab 1863: gedruckte Adventsverheißungen (häufig in Sternform) in verschiedenen Städten, darunter Hamburg, Hannover, Dresden, Frankfurt
  • 1895: Carl Gottlob Schönherr Weinblätter für den Adventsbaum als Spruchsammlung
  • 1902: erste gedruckte “Weihnachtsuhr für Kinder” in Hamburg
  • 1903: mit Gerhard Langs Kreation “Im Lande des Christkinds” erscheint der zweite gedruckte Adventskalender
  • 1904: erste Verwendung Begriff “Adventskalender” vom Berliner Evangelischen Frauenverein “Edelweiß” zur Beschreibung einer Adventsspruchsammlung
  • etwa 1920: erster Türchenadventskalender “Christkindleins Haus” von Dora Baum
  • 1940: Reglementierung der für den Druck von Adventskalendern vorgesehenen Papiermenge und Anfang der 1940er schließlich kriegsbedingtes Herstellungsverbot
  • 1941: erste Auflage von “Vorweihnachten” (Adventskalenderheft der NSDAP)
  • 1945: Rückkehr der Adventskalender direkt nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sowohl in der sowjetischen als auch in der westlichen Besatzungszone, danach unterschiedliche Entwicklungen in BRD und DDR

Die Weihnachtsuhr als Vorläufer der gedruckten Adventskalender

Ein mit einer verschneiten Winterlandschaft bedrucktes Ziffernblatt mit zwölf nummerierten Feldern von 13 bis 24, zwischen denen ein kleiner Zeiger hin und her bewegt werden konnte. So sah die erste gedruckte “Weihnachtsuhr für Kinder” aus, die 1902 in der Evangelischen Buchhandlung Friedrich Trümpler erschien.

Zwar gab es selbst gebastelte Weihnachtsuhren schon vor 1900, ab 1902 nahm ihre Verbreitung dank der neuen, gedruckten Exemplare jedoch zu. 20 Jahre später erschien dann erstmals eine Variante mit 24 statt nur zwölf Feldern. Als Adventskalenderform hat sich die Weihnachtsuhr bis heute gehalten – allerdings seltener mit Zeiger, sondern dafür als Drehscheibe.

Der Beginn einer Ära: die Münchener Weihnachtskalender

1903, ein Jahr nach der ersten “Weihnachtsuhr für Kinder”, folgte mit Gerhard Langs Kreation “Im Lande des Christkinds” dann der zweite gedruckte Adventskalender. Der mit 24 Versen und dazu passenden Bildern zum Aufkleben versehene Kalender markiert den Beginn der sogenannten “Münchener Weihnachtskalender” (man beachte: noch nicht Adventskalender!).

Im Laufe der Jahre – zwischen 1908 und 1938 veröffentlichte Gerhard Lang als Teilhaber der Reichhold & Lang, Lithographische Kunstanstalt GmbH, München so gut wie jedes Jahr einen hochwertig illustrierten Adventskalender – nahmen die Münchener Weihnachtskalender verschiedene Formen an. Neben Bildchen zum Ausschneiden und Einkleben gehörten auch Abreißblöcke, Kulissen mit Figuren zum Schieben und Laternen mit Türchen zum Herausbrechen zum Sortiment. Und schließlich erschien um 1920 herum mit Dora Baums “Christkindleins Haus” der erste Adventskalender mit Türchen.

Einige Jahre später waren Türchenadventskalender zum Hinhängen schließlich zur vorherrschenden Form geworden, wobei inzwischen auch andere Verlage auf den Adventskalenderzug aufgesprungen waren und ihrerseits Kalender entwarfen und druckten.

Der ‘Erfinder’ des Adventskalenders – Die Rolle von Gerhard Lang bei der Entwicklung der Kalender wie wir sie heute kennen

Wer sich mit der Geschichte des Adventskalenders befasst, der wird früher oder später auf den Namen Gerhard Lang (1881 – 1974) stoßen. Der Pfarrerssohn aus dem schwäbischen Maulbronn bezeichnete sich selbst als ‘Erfinder’ des Adventskalenders und auch wenn diese Bezeichnung angesichts der Vielzahl an parallel in Erscheinung getretenen Vorläufern des Zählbrauches nicht hundertprozentig korrekt erscheint, so muss man doch anerkennen, dass Lang vor allem bei der Entwicklung der Adventskalender hin zu der Form, wie wir sie heute kennen, eine Schlüsselrolle gespielt hat.

Nach einer Ausbildung zum Buchhändler in München ansässig geworden, entwarf Lang 1903 seinen ersten Adventskalender, für den er sich an seinem eigenen Adventskalender aus Kindheitstagen orientierte – ein Karton mit 24 aufgemalten Kästchen, in denen kleine Baisergebäcke befestigt waren. In seinen 30 Jahren als Teilhaber von Reichhold & Lang entwarf er zahlreiche Adventskalender und dachte sich dabei nicht nur immer wieder neue Motive, sondern auch Formen aus.

So gehen, wenn auch nicht patentrechtlich festgehalten, sowohl die ersten Türchenadventskalender als auch die gefüllten Adventskalender – in den 1920er Jahren gab der Verlag mit den Editionen “Christkindleins Haus” und “Christrose” die ersten mit Schokolade gefüllten Adventskalender heraus – auf ihn zurück. Das Gleiche gilt für die Idee, Adventskalender zu Werbezwecken zu nutzen. Dabei legte Lang stets großen Wert auf die Hochwertigkeit seiner Kalender, was 1940 allerdings die Aufgabe des Verlags wegen mangelnder Konkurrenzfähigkeit zur Folge hatte.

Die Blütezeit der Adventskalender in den 20er Jahren und der Durchbruch der Türchenkalender

Nachdem ihr Verkauf zwischen 1914 und 1918 kriegsbedingt zurückging, erfreuten sich die Adventskalender in den 20er Jahren einer bis dahin ungekannten Beliebtheit, und das nicht nur in Deutschland. Bereits kurz nach Ende des Krieges begannen erste Verlage mit dem Export ihrer Kalender nach Österreich und in die Schweiz, wo sie bis heute sehr populär sind. Anfang der 1930er waren Adventskalender in weiten Teilen Deutschlands bereits zum festen Bestandteil der Adventszeit geworden, wenn auch in gewandelter Form.

Mit dem Durchbruch der Türchenadventskalender hatte sich nicht nur das Erscheinungsbild der Kalender wesentlich verändert, sondern auch ihr eigentlicher Grundgedanke. Adventsbaum und -sterne verloren immer mehr an Bedeutung und aus dem ursprünglich religiös motivierten Warten auf den Heiligen Abend wurde eine zunehmend profane Tradition. Engelsmotive und Glimmer sollten die Adventskalender niedlicher machen, wobei gelegentlich auch moderne Motive wie Eisenbahnen und Flugzeuge auf den Kalendern gedruckt wurden. Künstlerisch gesehen zeichneten sich die Kalender durchweg durch eine erstaunlich hohe Qualität aus.

Ebenso verblüffend ist die Tatsache, dass bereits in dieser Zeit erste Spielwarenhändler und Lebkuchenhersteller das Potenzial der Kalender – vorrangig Abreißkalender und Adventshäuschen mit Lebkuchen – als Werbeträger erkannten und sie in ihre Werbestrategien zum Fest integrierten.

Der Adventskalender als ideologisches Instrument im Nationalsozialismus und Produktionsstopp während des Krieges

Auch zur Zeit des Nationalsozialismus war der Adventskalender nicht mehr aus der vorweihnachtlichen Zeit wegzudenken. Allerdings blieb der Einfluss des nationalsozialistischen Regimes nicht aus und die Verlage sahen sich alsbald gezwungen, zeitgemäße Kalender herauszugeben. Statt wie zuvor die herannahende Weihnacht zu verkörpern, wurde der Adventskalender zunehmend zu einem weiteren Instrument der Ideologisierung der jungen Bevölkerung.

Adventskalender sollten nicht nur zu einer vom Regime vorgegebenen Gestaltung der Weihnachtszeit beitragen, sondern auch nationalsozialistisches Ideengut vermitteln. Einen entscheidenden Wendepunkt markiert das Jahr 1941. Nach der kriegsbedingten Restriktion der Papierversorgung und dem damit einhergehenden Verbot der Adventskalenderproduktion für die Verlage brachte die NSDAP unter dem Titel “Vorweihnachten” einen eigenen Bastelkalender heraus.

Durch entsprechende Spielvorschläge, Rätsel und Bastelideen – z.B. zum Basteln eines Stammbaums für die eigene Sippe – sollte den Kindern die Ideologie nähergebracht sowie ihre Beziehung zu den Soldaten gestärkt werden. Um den Adventskalender endgültig von seiner religiösen Konnotation zu befreien, wurde das Jesuskind zu einem Lichtkind umgewandelt und die Wintersonnenwende in den Vordergrund gerückt. Wegen der betonten Kriegsreferenzen können die Adventskalender zur Zeit des Nationalsozialismus allerdings kaum als weihnachtlich beschrieben werden.

Wie viele Türchen zählt ein Adventskalender?

Auf die Frage “Wie viele Türchen hat ein Adventskalender?” werden die meisten wohl ganz selbstverständlich mit 24 antworten. Ein Blick auf die Geschichte des Adventskalenders zeigt aber, dass dem nicht immer so war. Streng genommen beginnt der Advent nicht mit dem 1. Dezember sondern mit dem ersten Adventssonntag. Je nach Kalenderjahr liegen also 22 bis 28 Tage zwischen Beginn und Ende der Adventszeit am Heiligen Abend.

Angesichts dieser Schwankung ist es kaum verwunderlich, dass Adventskalender im Laufe ihrer Geschichte eine ganz unterschiedliche Zahl an ‘Türchen’ hatten. So waren auf der ersten Adventsuhr von 1902 zum Beispiel nur zwölf Felder abgedruckt, die den 13. bis 24. Dezember markierten. Danach war es lange Zeit Standard, dass Adventskalender erst mit dem Nikolaustag am 6. Dezember begannen, bevor man sich auf den 1. Dezember einigte.

Und um die Antwort auf die Frage nach der Türchenanzahl noch ein wenig komplizierter zu machen: Manche Adventskalender hatten bis zu 29 Türchen, weil sie zusätzliche Fensterchen für die vier Adventssonntage oder den Heiligen Abend hatten.

Die Rückkehr des Adventskalenders direkt nach dem zweiten Weltkrieg

Dass die Adventskalender während den Entbehrungen des Krieges vorübergehend von der Bildfläche verschwanden, tat ihrer Beliebtheit keinen Abbruch. Mit dem Ende des Krieges 1945 feierten die Kalender noch im selben Jahr ihr Comeback, und das zeitgleich in beiden Besatzungszonen: Sowohl in der sowjetischen als auch in der westlichen Zone nahmen die Verlage die Produktion wieder auf. Stilistisch orientierten sich die ersten Nachkriegskalender an denen aus den 1930er Jahren, allerdings in deutlich schlechterer Qualität. Vorrangig produziert wurden Abreißkalender, mit denen die Kinder danach noch etwas basteln konnten.

In der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) kamen die Kalender hauptsächlich aus Chemnitz, Leipzig, Dresden und dem übrigen Elbtal. Zu den produzierenden Verlagen gehörten unter anderem die Verlagsbuchhandlung Eberhard v. Riewel & Co, der Verlag Meissner & Buch Leipzig und die Ratsdruckerei Chemnitz. Im Westen etablierte sich der  Richard Sellmer Verlag als erfolgreicher Produzent von Adventskalendern. Da die Verlage beider Zonen zunächst auf bereits bekannte Motive und Stile zurückgriffen, waren die Unterschiede zwischen den Kalendern aus Ost und West zunächst minimal.

Das sollte sich ab 1948 allerdings ändern. Mit steigendem ideologischem Druck der sowjetischen Staatsführung mussten die bis dato populären Engels- und Zwergenmotive sowie die traditionellen Krippendarstellungen auf den Kalendern der SBZ weichen.

In der westlichen Zone verfolgte der Richard Sellmer Verlag unterdessen von Anfang an eine internationale Ausrichtung und brachte nicht nur deutsche sondern auch schwedische und englische Kalender heraus. Letztere fanden über die in Deutschland stationierten amerikanischen Soldaten auch schnell den Weg in die USA, wo sich mit der Zeit ein eigenständiger Markt entwickelte. Interessant ist, dass mit den kommerziellen Adventskalendern auch die Werbeadventskalender zurückkamen.

Adventskalender zwischen 1949 und 1990 – Unterschiedliche Entwicklungen in BRD und DDR

Trotz anfänglich ähnlicher Entwicklungen in den Besatzungszonen taten sich nach der Gründung der beiden deutschen Staaten recht schnell Unterschiede zwischen den Ost- und Westkalendern auf. Während die DDR die Engel und Zwerge endgültig von der Bildfläche verschwunden sehen wollte und das Regime stark in die Gestaltung der Adventskalender eingriff und die Verlagslandschaft stark reglementierte, florierte das Adventskalendergeschäft im Westen mit einer Vielzahl an Verlagshäusern, die nicht nur für den Heimmarkt sondern auch für das Ausland produzierten.

Die Abkehr von den Engeln – Adventskalender in der DDR

Der sich bereits 1948 abzeichnende sozialistische Einfluss auf die Entwicklung des Adventskalenders in der sowjetischen Besatzungszone setzte sich auch nach der Gründung der DDR fort. Da sozialistisches Ideengut und religiöse Adventskalenderinhalte nicht miteinander in Einklang zu bringen waren, gab es nur sehr wenige christliche Adventskalender in der DDR. Religiöse Motive wie Engel mussten folglich von den Covern der Adventskalender verschwinden, ebenso wie Zwerge und sonstige als ‘niedlich’ abgestempelte Motive.

Die Verlage, die die Verstaatlichungswelle in den 1950er Jahren überlebten und eine Druckerlaubnis für Kalender erhielten, mussten ihre Motive folglich anpassen. Zu ihnen gehörten der Meißener Verlag Brück & Sohn, der Oberlausitzer Kunstverlag, der Verlag Max Müller und der Wartburger Verlag Max Kessler sowie der Berliner Planet Verlag, der sich Ende der 1970er als auflagenstärkster (und im Grunde genommen quasi einziger) Adventskalenderhersteller der DDR durchsetzte.

Im Versuch einer Abkehr vom religiösen Adventskalender verfolgte der Planet Verlag mit einer Reihe von Märchenkalendern, Würfel- und Ratespielen einen regelrechten Bildungsauftrag und distanzierte sich auch bewusst vom Begriff des “Adventskalenders”. Stattdessen erschienen sogenannte “Vorweihnachtskalender”, die statt der bereits zur Zeit der SBZ als zu religiös, zu niedlich und zu spießbürgerlich angesehenen Engel und Zwerge neue Motive wie Marktbuden, Marktplätze, Verkehrsmittel, Tiere, Wintersportszenen, Weihnachtsmänner, Adventspyramiden und sogar Momente aus dem Kindergartenalltag zeigten. Letztere sind übrigens exklusiv aus der DDR bekannt. Im Unterschied zur BRD verzichteten die Hersteller in der DDR komplett auf zusätzliche Verzierungen wie Glimmer oder Glitzer.

Trotz der geringen Zahl an Herstellern und Auflagen erschienen auch in der DDR unterschiedliche Adventskalenderformen. So gab es neben den später unter dem Vorwand der Papierverschwendung verbotenen Abreißkalendern und den klassischen Türchenkalendern mit Bildern zum Herausklappen in Thüringen und im Erzgebirge scheinbar auch erste Adventskalender zum Selber Füllen, die sich stilistisch sogar eher an die Kalender aus dem Westen anlehnten und mit ihren Motiven im Endeffekt doch recht niedlich wirkten.

Ebenfalls überraschen mag die Tatsache, dass auch in der DDR Werbekalender ausgegeben wurden, unter anderem von der Sparkasse und den beiden größten staatlichen Handelsorganisationen, der HO und der KONSUM.

Erwähnenswert sind außerdem die wie Comics illustrierten Frösi-Adventskalender, die regelmäßig als Beilage der Zeitschrift “Fröhlich sein und singen” (kurz: Frösi) erschienen. In den 1960er Jahren wurden sie in einem plötzlichen Namenswechsel zu Jahresabschlusskalendern unbenannt und markierten nunmehr die Zeit vom 6. bis zum 31. Dezember (siehe dazu auch Abschnitt “Ein Blick auf die Zukunft des Adventskalenders: Eine Rückkehr zum Jahresabschlusskalender?”). Knapp 20 Jahre später ging man allerdings wieder zur ursprünglichen Türchenanzahl zurück.

Adventskalender zwischen 1949 und 1990 – Unterschiedliche Entwicklungen in BRD und DDR

Trotz anfänglich ähnlicher Entwicklungen in den Besatzungszonen taten sich nach der Gründung der beiden deutschen Staaten recht schnell Unterschiede zwischen den Ost- und Westkalendern auf. Während die DDR die Engel und Zwerge endgültig von der Bildfläche verschwunden sehen wollte und das Regime stark in die Gestaltung der Adventskalender eingriff und die Verlagslandschaft stark reglementierte, florierte das Adventskalendergeschäft im Westen mit einer Vielzahl an Verlagshäusern, die nicht nur für den Heimmarkt sondern auch für das Ausland produzierten.

Die Abkehr von den Engeln – Adventskalender in der DDR

Der sich bereits 1948 abzeichnende sozialistische Einfluss auf die Entwicklung des Adventskalenders in der sowjetischen Besatzungszone setzte sich auch nach der Gründung der DDR fort. Da sozialistisches Ideengut und religiöse Adventskalenderinhalte nicht miteinander in Einklang zu bringen waren, gab es nur sehr wenige christliche Adventskalender in der DDR. Religiöse Motive wie Engel mussten folglich von den Covern der Adventskalender verschwinden, ebenso wie Zwerge und sonstige als ‘niedlich’ abgestempelte Motive.

Die Verlage, die die Verstaatlichungswelle in den 1950er Jahren überlebten und eine Druckerlaubnis für Kalender erhielten, mussten ihre Motive folglich anpassen. Zu ihnen gehörten der Meißener Verlag Brück & Sohn, der Oberlausitzer Kunstverlag, der Verlag Max Müller und der Wartburger Verlag Max Kessler sowie der Berliner Planet Verlag, der sich Ende der 1970er als auflagenstärkster (und im Grunde genommen quasi einziger) Adventskalenderhersteller der DDR durchsetzte.

Im Versuch einer Abkehr vom religiösen Adventskalender verfolgte der Planet Verlag mit einer Reihe von Märchenkalendern, Würfel- und Ratespielen einen regelrechten Bildungsauftrag und distanzierte sich auch bewusst vom Begriff des “Adventskalenders”. Stattdessen erschienen sogenannte “Vorweihnachtskalender”, die statt der bereits zur Zeit der SBZ als zu religiös, zu niedlich und zu spießbürgerlich angesehenen Engel und Zwerge neue Motive wie Marktbuden, Marktplätze, Verkehrsmittel, Tiere, Wintersportszenen, Weihnachtsmänner, Adventspyramiden und sogar Momente aus dem Kindergartenalltag zeigten. Letztere sind übrigens exklusiv aus der DDR bekannt. Im Unterschied zur BRD verzichteten die Hersteller in der DDR komplett auf zusätzliche Verzierungen wie Glimmer oder Glitzer.

Trotz der geringen Zahl an Herstellern und Auflagen erschienen auch in der DDR unterschiedliche Adventskalenderformen. So gab es neben den später unter dem Vorwand der Papierverschwendung verbotenen Abreißkalendern und den klassischen Türchenkalendern mit Bildern zum Herausklappen in Thüringen und im Erzgebirge scheinbar auch erste Adventskalender zum Selber Füllen, die sich stilistisch sogar eher an die Kalender aus dem Westen anlehnten und mit ihren Motiven im Endeffekt doch recht niedlich wirkten.

Ebenfalls überraschen mag die Tatsache, dass auch in der DDR Werbekalender ausgegeben wurden, unter anderem von der Sparkasse und den beiden größten staatlichen Handelsorganisationen, der HO und der KONSUM.

Erwähnenswert sind außerdem die wie Comics illustrierten Frösi-Adventskalender, die regelmäßig als Beilage der Zeitschrift “Fröhlich sein und singen” (kurz: Frösi) erschienen. In den 1960er Jahren wurden sie in einem plötzlichen Namenswechsel zu Jahresabschlusskalendern unbenannt und markierten nunmehr die Zeit vom 6. bis zum 31. Dezember (siehe dazu auch Abschnitt “Ein Blick auf die Zukunft des Adventskalenders: Eine Rückkehr zum Jahresabschlusskalender?”). Knapp 20 Jahre später ging man allerdings wieder zur ursprünglichen Türchenanzahl zurück.

Unterdessen im Westen: Adventskalendergeschichte in der BRD

Während die geringe Zahl der zum Drucken berechtigten Verlage und die staatliche Zensur die Entwicklung der Adventskalender in der DDR gewissermaßen ‘ausbremste’, entwickelte sich der Adventskalendermarkt in der BRD frei von jeglichen Restriktionen. Die von Übernahmen, Fusionen und Neugründungen geprägte Verlagslandschaft belebte das Geschäft und im Laufe der Jahre experimentierten die Verlage mit mal mehr und mal weniger erfolgreichen Motiven und Designs.

Gemeinsam war ihnen ihre stets hohe Qualität und das künstlerische Können der involvierten Illustratoren. Einige der in den Anfangsjahren der BRD gegründeten Verlage bestreiten noch bis heute den Adventskalendermarkt, darunter der Richard Sellmer Verlag und der Korsch Verlag. Im Gegensatz zur DDR setzte sich die Tradition niedlicher und christlicher Motive in den Adventskalendern zum Großteil fort, teilweise ergänzt durch moderne Elemente und bekannte Figuren der Kinderwelt.

Neben dem bereits zur Zeit der Besatzung entstandenen und bis heute im Adventskalendergeschäft präsenten Richard Sellmer Verlag – allein zwischen 1946 und 1998 brachte der Verlag etwa 230 verschiedene Kalender heraus – traten auch zunehmend andere Verlage aus München, Hamburg, Bremen und Stuttgart auf die Bildfläche, darunter der christlich-katholische Ars Sacra Verlag, der Münchner Korsch Verlag und der Hamburger Krüger Verlag.

Im Unterschied zur DDR war die religiöse Bedeutung des Weihnachtsfestes als Ankunft des Mensch gewordenen Sohn Gottes in der BRD ein ganz selbstverständlicher Bestandteil der Adventskalendergestaltung. Auch sollten Adventskalender hier betont lieblich und zeitlos sein. Zu den populärsten Motiven zählen unter anderem die Adventsuhr, die Himmelsleiter und der Weihnachtsmarkt. Mitunter wurden auch einfach Motive aus der Vorkriegszeit umgestaltet und wiederverwendet, wobei einzelne Verlage wie der Korsch Verlag zwischendurch auch mit modernen Elementen wie Raumschiffen experimentierten oder Lizenzen zur Verwendung von bei Kindern bekannten Figuren (z.B. der Kleine Eisbär) erwarben. Je nach Vorliebe des Verlags gab es die Kalender entweder mit oder ohne Glitter.

Waren direkt nach dem Krieg noch Abreiß- und Bastelkalender gängig, so wurden diese zunehmend durch Türchenkalender ersetzt, hinter deren Fensterchen sich im Laufe der Jahre immer häufiger ein Stück Schokolade anstelle eines kleines Bildchensschlich. Beim Richard Sellmer Verlag waren in der Anfangszeit Stellkalender zum Zusammenstecken populär.

Wenn auch nicht in ganz so guter Qualität wie die Türchenadventskalender, so waren kurz nach Gründung der BRD auch die Werbeadventskalender wieder da. Mit Werbung für (unter anderem) Schuhe und Wäsche richteten sie sich in den 1950er und 1960er Jahren vorrangig an Frauen. Als jüngste Entwicklung gelten gefüllte Werbeadventskalender, die große Unternehmen als eine Art Dankeschön an ihre treue Kundschaft verteilen.

Die Geschichte des Adventskalenders in BRD und DDR im Vergleich

BRD

  1. Motive & Formen
  • lieblich und zeitlos
  • wiederkehrende Motive: Adventsuhr, Himmelsleiter, Weihnachtsmarkt
  • Experimente mit modernen Motiven wie Raumschiffe
  • Lizenzerwerb für bekannte Figuren, z.B. Kleiner Eisbär oder von Walt Disney
  • Abreiß- und Bastelkalender, Stellkalender, Türchenkalender mit Bildchen, gefüllte Schokoladenkalender

2. Verlagshäuser

  • durch Fusionen und Übernahmen geprägte Verlagslandschaft
  • Richard Sellmer Verlag als wichtiger Hersteller von Adventskalendern
  • Vielzahl an Verlagen in München, Hamburg, Bremen und Stuttgart, darunter Ars Sacra Verlag, Korsch Verlag, Verlag Joseph Lang München (JLM), HACO, Krüger Verlag Hamburg, Kunstverlag Christian Pahl Hamburg, Forster Verlag Hamburg, Paul Meyer Bremen (PMB)

3. Werbezweck

  • Werbekalender als gängige Praxis in 1950er/1960er, vorrangig für Frauen (Schuhe und Wäsche)
  • später gefüllte Kalender als Dankeschön an treue Kunden

4. Christliche Adventskalender

  • feste Verankerung des religiösen Gedankens der Weihnacht in der Adventskalendergestaltung

DDR

  1. Motive & Formen
  • keine Engel oder Zwerge
  • stattdessen neue Motive: Marktbuden, Marktplätze, Verkehrsmittel, Tiere, Wintersport, Weihnachtsmann, Adventspyramiden und sogar Kindergartenszenen
  • gegen niedliche und religiöse Motive
  • Abreißkalender, Adventskalender mit Türchen zum Öffnen und zum Herausbrechen, Märchenadventskalender, Adventskalender zum Selberfüllen
  • Jahresabschlusskalender der Frösi

2. Verlagshäuser

  • nach Verstaatlichungswelle 1950 nur noch wenige Verlagshäuser mit Druckerlaubnis
  • Planet Verlag Berlin als bedeutendster Adventskalenderproduzent in DDR
  • weitere Verlage: Meißener Verlag Brück & Sohn, Oberlausitzer Kunstverlag, Verlag Max Müller, Wartburger Verlag Max Kessler

3. Werbezweck

  • Werbekalender von Sparkasse, HO und KONSUM

4. Christliche Adventskalender

  • nur wenige christliche Kalender, wegen genereller Unvereinbarkeit von Sozialismus und Religion

Von der Schokoladenfüllung hin zu Bierdosen, Kosmetik und Hundekuchen – Die heutige Vielfalt der gefüllten Adventskalender

Angesichts der Beliebtheit der Adventskalender im In- und Ausland – nach ihrem Durchbruch in Deutschland haben sich die Adventskalender auch in Österreich, der Schweiz und den USA etabliert und sind, wenn auch nicht flächendeckend, in vielen anderen Ländern Europas erhältlich – und der Vielzahl der im Adventskalendergeschäft involvierten Verlage ist es kaum verwunderlich, dass die Entwicklung der Adventskalender nicht bei den mit Schokolade gefüllten Adventskalendern endet.

Um die Jahrtausendwende herum lässt sich eine zunehmende Diversifizierung der Adventskalenderfüllungen beobachten. Neben die traditionelle Schokoladenfüllung treten zahlreiche Alternativen, die speziell darauf abzielen, nicht nur den unterschiedlichen Altersklassen sondern auch den verschiedenen Geschlechtern gerecht zu werden. Neben Bieradventskalendern für Ihn und Beauty-Adventskalendern für Sie entstehen auch Kalender für die geliebten Haustiere. Der Kreativität der Hersteller sind dabei keine Grenzen gesetzt. Seit einigen Jahren feiern außerdem DIY-Adventskalender einen großen Erfolg, die mit ihrer Aufmachung und Füllung die im Handel erhältlichen Adventskalender sogar noch an Vielfalt übertreffen.

Türchenöffnen per Klick – Vom physischen zum virtuellen Adventskalender

Die Geschichte des Adventskalenders endet jedoch nicht mit der stetig wachsenden Vielfalt der Füllungen. Dem Geist der Zeit unterworfen, konnte auch der Adventskalender der Digitalisierung nicht entgehen. Mit steigender Verbreitung des World Wide Web in den Jahren 1993 und 1996 erhielt auch der Adventskalender eine neue Dimension und die ersten Türchen wurden plötzlich virtuell statt physisch geöffnet.

Als Teil der Marketingstrategie von Unternehmen können Online-Adventskalender die unterschiedlichsten Formen annehmen. Per App, E-Mail, Social Media oder Website erhält der User jeden Tag Zugriff auf ein neues virtuelles ‘Türchen’, hinter dem sich Bilder, Geschichten, Quizfragen oder Videos verbergen – um nur einige der möglichen Inhalte zu nennen. Besonders beliebt sind Online-Gewinnspielkalender, die jeden Tag mit neuen Gewinnmöglichkeiten locken.

Ein Blick auf die Zukunft des Adventskalenders: Eine Rückkehr zum Jahresabschlusskalender?

Auch wenn die in den 1960er Jahren in der DDR erhältlichen Jahresabschlusskalender der Frösi bereits weniger als 20 Jahre später wieder durch normale Weihnachtskalender mit 24 Türchen ersetzt wurden, so ist die Idee eines Adventskalenders, der die Jahreswende markiert, noch nicht ganz verschwunden. Interpretiert man die vom 6. bis zum 31. Dezember reichenden Frösi-Kalender als Versuch, die religiöse Komponente aus der Adventszeit auszuklammern, könnte dieser Grundgedanke in der zunehmend multikulturellen und von Spaß und Konsum geprägten Gesellschaft, in der wir heute Leben, durchaus Anklang finden.

Wenn die früher in Schulen und Kindergärten üblichen Weihnachtsfeste immer häufiger zu Jahresabschlussfesten und die Weihnachtsmärkte zu Wintermärkten werden, dann scheint es nur logisch, das auch der Adventskalender vor einem erneuten Wandel steht. Anstelle eines Adventskalenders mit 24 Türchen könnte der Trend in Zukunft wieder zu Jahresabschlusskalendern, diesmal jedoch mit 31 Türchen, führen. Die erste Exemplare finden sich bereits heute immer wieder im Handel.

Ein Blick auf die Zukunft des FAQ – Alles rund um die Geschichte des Adventskalenders

Angesichts der Vielzahl der Vorformen des Adventskalenders, die in etwa zeitgleich an verschiedenen Orten entstanden, lässt sich die Erfindung des Adventskalenders nur schwer einer einzigen Person zuordnen. Bei der Entstehung der Adventskalender, wie wir sie heute kennen, kommt jedoch dem schwäbischen Pfarrerssohn Gerhard Lang eine Schlüsselrolle zu. Als Teilhaber des Verlages Reichhold & Lang entwarf er zwischen 1908 und 1938 zahlreiche Adventskalender und trug mit seinem Ideenreichtum maßgeblich zur Entstehung der heute bekannten Türchenadventskalender mit Füllung bei, weswegen er sich selbst auch als ‘Erfinder’ des Adventskalenders bezeichnete.

Die ersten gedruckten und kommerziell verwendeten Adventskalender stammen aus dem frühen 20. Jahrhundert. Erste Zählbräuche, wie sie in Familien verwendet wurden, um den Kindern die verstrichene Zeit bis zum Heiligen Abend zu verdeutlichen, sind jedoch bereits aus dem 19. Jahrhundert bekannt.

Als erster gedruckter Adventskalender gilt die 1902 in der Evangelischen Buchhandlung Friedrich Trümpler erschienene “Weihnachtsuhr für Kinder”, die mit zwölf Feldern die Tage vom 13. bis zum 24. Dezember markierte. 1903 erschien dann nur knapp ein Jahr später ein von Gerhard Lang entworfener Adventskalender mit dem Titel “Im Lande des Christkinds”.

Der erste Türchenkalender war der um 1920 herum im Verlag Reichhold & Lang veröffentlichte Kalender “Christkindleins Haus” von Dora Baum.

Die genaue Entstehung der Adventskalenderform, wie wir sie heute kennen, ist rückwirkend nur schwer zu datieren, zumal es heute so viele verschiedene Arten von Adventskalendern gibt, dass eine Standardform kaum noch zu erkennen ist. Die Entwicklung des Adventskalenders erstreckt sich über mehrere Jahrzehnte. Als wichtige Meilensteine der Entwicklung kann die Veröffentlichung der ersten gedruckten Adventskalender 1902 und 1903 sowie der erste Türchenadventskalender von 1920 angesehen werden.

Die ersten mit Schokolade gefüllten Adventskalender erschienen in den 1920ern unter der Initiative von Gerhard Lang im Programm des Verlages Reichhold & Lang. Dabei handelte es sich um Sondereditionen der beiden Kalender “Christkindleins Haus” und “Christrose”.

Die erste Verwendung des Begriffs “Adventskalender” ist aus dem Jahr 1904 belegt. In diesem Jahr gab der Berliner Evangelische Frauenverein “Edelweiß” eine als “Adventskalender” betitelte Adventsspruchsammlung heraus. Landläufig waren Adventskalender jedoch bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts noch als Weihnachts- oder Vorweihnachtskalender bekannt.

Auch wenn der Adventskalender ursprünglich eine deutsche Erfindung ist, wurde er vor allem ab der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem regelrechten Exportschlager. So sind Adventskalender heutzutage auchin Österreich, der Schweiz und den USA sehr populär. In Dänemark und Schweden blickt der Adventskalender ebenfalls auf eine längere Tradition zurück. Und auch in Frankreich und Italien gibt es Adventskalender, auch wenn sie dort nicht so weit verbreitet sind wie in der DACH-Region. Gelegentlich tauchen Adventskalender auch in den Regalen von Supermärkten in anderen europäischen Ländern wie Rumänien, Polen oder Griechenland auf.

Das Wort “Advent” leitet sich vom lateinischen Begriff “adventus” ab, der soviel bedeutet wie Ankunft. Im religiösen Sinne meint Advent also die Ankunft des Mensch gewordenen Sohn Gottes.

Quellen und Bildnachweise

  • Tina Peschel, Adventskalender: Geschichte und Geschichten aus 100 Jahren, Verlag der Kunst, 2009
  • Esther Gajek, Adventskalender: von den Anfängen bis zur Gegenwart, Süddeutsche Zeitung, 1988
  • Nicole Rieskamp, Der Adventskalender: Ein typisch deutscher Brauch und seine Verbreitung in der Bukowina
  • „Advent, Advent, im Kreml brennt noch Licht !“ https://www.orlandos.de/coanfr_xmas.htm